Ernst-Reuter-Schule, Berlin Mitte
Die Ernst-Reuter-Schule mit ihrer denkmalgeschützten Nachkriegsarchitektur der 1950er-Jahre und ergänzenden Baukörpern weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf und wurde nicht ohne Grund öffentlich als „Berlins kaputteste Schule“ bezeichnet. Im Rahmen einer partizipativen Schulentwicklung wurde ein integrales Konzept für Umbau, Erweiterung und Sanierung erarbeitet, das den Bestand sensibel weiterentwickelt und zugleich zukunftsfähige, pädagogisch zeitgemäße Lernräume ermöglicht. Die Umsetzung der Planung erfolgt als Generalplaner bis einschließlich der Genehmigungsplanung.
Das Projekt für die Ernst-Reuter-Schule ist durch eine hohe Komplexität und die Vielzahl an Handlungsfeldern geprägt. Neben umfangreichen Rückbauarbeiten umfasst es die Sanierung der denkmalgeschützten Nachkriegsbauten der 1950er-Jahre, einschließlich baulicher Maßnahmen zum Brandschutz, zur Barrierefreiheit sowie zur vollständigen Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung. Der Gebäudeteil aus den 1970er-Jahren wird schadstoffsaniert und bis auf den Rohbau entkernt. Durch gezielte Eingriffe in die bestehende Struktur wird die Belichtung der großen Gebäudetiefen verbessert. Nach der Neuorganisation im Ausbau entstehen moderne Fach- und Lernbereiche, die den heutigen pädagogischen Anforderungen in Qualität und Funktionalität einem Neubau gleichwertig sind. Die Gebäudehülle wird vollständig erneuert. Ein Erweiterungsbau mit Mensa und Veranstaltungsflächen im Erdgeschoss sowie zusätzlichen Lernbereichen in den Obergeschossen deckt den bislang fehlenden Flächenbedarf des Bestands. Durch die Anbauten an den Bestand wird die innere Erschließung klar gegliedert und übersichtlich strukturiert. Ergänzend wird eine 6-fach-Sporthalle mit zwei übereinander gestapelten 3-Feld-Hallen errichtet. Dabei dienen die gemeinschaftlichen Bereiche nicht ausschließlich dem Schulbetrieb, sondern ermöglichen zugleich eine Öffnung zum Stadtteil und bieten Raum für vielfältige externe Nutzungen. Die Freianlagen werden umfassend neu gestaltet, um den Campus räumlich zu verknüpfen und funktional zu ordnen. Durch die Vervollständigung der Blockrandbebauung werden die Gebäude über den innenliegenden Campus erschlossen. Zugleich werden notwendige Infrastrukturmaßnahmen sowie ein zukunftsfähiges Regenwassermanagement integriert. Energetische Maßnahmen zur Dämmung der Gebäudehüllen in Kombination mit einer neuen zentralen Wärmeversorgung für den Campus, die Verwendung von Recyclingbeton bei Neubauten, Grün- und Retentionsdächer, vertikale Fassadenbegrünung, sowie größtmöglicher Erhalt des Bestands bilden die Basis einer nachhaltigen Architektur. Die städtebauliche Lage an der Bernauer Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Mauerpark und im historischen Kontext der einstigen Teilung durch die Berliner Mauer, stellte eine besondere Rahmenbedingung für die Projektentwicklung dar und wurde in der Planung sensibel berücksichtigt.
Während der gesamten Bauzeit bleiben Teilbereiche der Schule im laufenden Betrieb, weshalb die Umsetzung in mehreren Bauphasen erfolgt. Zusätzlich sind Interimsbauten außerhalb des Standorts erforderlich.Trotz zahlreicher geprüfter Einsparpotenziale und einer wirtschaftlich optimierten Bauweise zählt das Projekt zu den kostenintensivsten und zugleich umfangreichsten Schulsanierungen in Berlin. Die Planung erfolgte durch die Planungsgemeinschaft Hausmann-kba in der Funktion als Generalplaner und umfasste sämtliche Fachplanungen in einem interdisziplinären Planungsansatz.
Bauvorhaben
Umbau, Sanierung und Erweiterung einer 8-zügige integrierten Sekundarschule mit 4-zügiger gymnasialer Oberstufe inkl. 6-fach Sporthalle
Bauherr:in
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Planung
ARGE Planungsgemeinschaft Hausmann kba
Standort
Stralsunder Straße 57, 13355 Berlin
Bauvolumen
BGF: 32.672 m²; BRI: 143.355 m³
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