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Gesamtschule Emmerich - Standort am Brink, Emmerich am Rhein

Die Gesamtschule Emmerich ist eine inklusiv gebundene Ganztagsschule, die 2014 neu gegründet wurde und an drei Standorten in der Stadt verortet ist. Sie ist eine Schule im Aufbau, die mit jedem Schuljahr von Jahrgang zu Jahrgang wächst.

Jeder Standort beheimatet zukünftig eine Stufe: das Gebäude „am Brink“ die Unterstufe (Jahrgänge 5-7), das Gebäude „am Grollscher Weg“ die Mittelstufe (Jahrgänge 8-10) und das Gebäude an der „Paaltjessteege“ die Oberstufe.

 

In einem vorgelagerten Prozess aus Programm und Machbarkeitsstudie wurde gemeinsam mit Träger und Schule der künftige Bedarf der sich entwickelnden Schule und die sinnvolle Verteilung über den Bestand erarbeitet. Vor dem Hintergrund einer behutsamen Umstrukturierung wurde ein Raumprogramm entwickelt, das die drei bestehenden Schulstandorte zu einem Gesamtkomplex zusammenführt und eine neue Identität im Kontext der Stadt schafft.

 

Der Standort am Brink bildet den zentralen Baustein dieser Transformation hin zu einer zukunftsfähigen, vernetzten Schule. Er vereint die Unterstufe, die zentrale Verwaltung sowie das städtische Jugendcafé und stärkt damit die Verzahnung schulischer und außerschulischer Angebote. Im innerstädtischen Kontext fasst der Neubau die Raumkante zum Nonnenplatz, schließt bestehende Häuserfluchten und schafft neue Freiräume sowie fußläufige Verbindungen zwischen den Schulstandorten.

Schule bauen

Bauvorhaben

Neubau einer sechszügigen Gesamtschule für die Unterstufe

Bauherr:in

Stadt Emmerich am Rhein

Standort

Standort am Brink Brink 1, 46446 Emmerich am Rhein

Bauvolumen

BGF: 5.798 m²; BRI: 24.102 m³

Leistungsphasen

Programmstudie, Machbarkeitsstudie, LPH 1-9

Projektdaten

Bauvorhaben

Neubau einer sechszügigen Gesamtschule für die Unterstufe

Bauherr:in

Stadt Emmerich am Rhein

Standort

Standort am Brink Brink 1, 46446 Emmerich am Rhein

Bauvolumen

BGF: 5.798 m²; BRI: 24.102 m³

Leistungsphasen

Programmstudie, Machbarkeitsstudie, LPH 1-9

Bauzeit

12/2019 - 08/2022 | Gesamtanlage mit Freianlagen 08/2024

Architektonisches Konzept

Der kompakte, dreigeschossige Neubau basiert auf einem klaren quadratischen Grundraster von 1,40m und wird als flexibler Skelettbau ausgebildet. Die reduzierte Erschließung mit zwei Treppenhäusern und einem zentralen Lichthof ermöglicht eine hohe Flächeneffizienz und wirtschaftliche Grundrisse bei gleichzeitig hoher räumlicher Qualität durch natürliche Belichtung und visuelle Vernetzung. Die Baukosten liegen bezogen auf die Nutzflächen deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt für Schulgebäude.

Das Erdgeschoss bildet mit Foyer, Mensa, Forum und Jugendcafé einen gemeinschaftlichen Schwerpunkt, der schulische und öffentliche Nutzungen miteinander verknüpft. Das „JuCa“ bleibt dabei als eigenständige Institution mit eigenem Zugang ablesbar, während durch die wechselseitige Nutzung der Räume eine hohe funktionale Effizienz erreicht wird.

In den Obergeschossen sind die Lernbereiche als Cluster organisiert. Klassenräume, Differenzierungsbereiche und gemeinsame Mitten bilden offene Lernlandschaften mit hoher Transparenz, kurzen Wegen und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.

Der Baukörper fügt sich durch Maßstäblichkeit, Kubatur und Materialität in die umgebende Bebauung ein. Die Fassadengliederung folgt dem konstruktiven Raster und interpretiert den ortstypischen Klinkerfarbton in einer vorgefertigten Betonfassade.

Pädagogisches / funktionales Konzept

Die Gesamtschule Emmerich versteht sich als lernende Institution, die individuelle Förderung und gemeinschaftliches Lernen gleichermaßen stärkt. Grundlage bilden die vier Säulen der UNESCO: lernen zu wissen, zu handeln, zusammenzuleben und zu sein.

Die räumliche Struktur unterstützt dieses Konzept durch flexible Lerncluster, die formale und informelle Lernformen ermöglichen und den Austausch fördern. Die „Mitten“ fungieren als zentrale Orte der Kommunikation, Identifikation und Aneignung.

Eine besondere Qualität liegt in der engen Verzahnung mit dem Jugendcafé. Als eigenständiger außerschulischer Lern- und Begegnungsort erweitert es das Ganztagsangebot und stärkt die soziale und gesellschaftliche Dimension der Schule. Die gemeinsame Nutzung von Flächen ermöglicht eine effiziente Auslastung und fördert die Vernetzung unterschiedlicher Nutzergruppen.

Nachhaltigkeit / Konstruktion / Innovation

Der Neubau folgt einem robusten und langlebigen Konstruktionsprinzip in Stahlbeton, das den hohen Anforderungen an Schulbauten hinsichtlich Dauerhaftigkeit, Brandschutz und Nutzungsintensität gerecht wird. Die Verwendung von vorgefertigten Betonbauteilen unterstützt eine wirtschaftliche und präzise Bauweise.

 

Die Gebäudestruktur ist auf langfristige Anpassungsfähigkeit ausgelegt. Das Skelettsystem sowie die nichttragenden Innenwände ermöglichen eine flexible Umnutzung und Weiterentwicklung der Lernlandschaften im Sinne einer sich wandelnden Schule. Diese strukturelle Offenheit stellt einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Nutzbarkeit dar.

Die kompakte Bauweise, die Reduktion von Verkehrsflächen sowie die Mehrfachnutzung von Bereichen durch Schule und Jugendcafé tragen zu einer hohen Flächeneffizienz bei.

 

Das energetische Konzept basiert auf einer Kombination aus Blockheizkraftwerk und Gas-Brennwerttechnik zur Spitzenlastabdeckung sowie einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für die inneren Zonen und Fachräume. Ergänzend erfolgt die Belüftung der Klassen überwiegend natürlich über Fenster, um im Sinne eines nachhaltigen „low-tech“ Gedanken die technischen Komponenten im Gebäude gering zu halten. Maßnahmen wie Dachbegrünung, vorbereitete Photovoltaikflächen, außenliegender Sonnenschutz und Nachtlüftung unterstützen den sommerlichen Wärmeschutz und den energieeffizienten Betrieb.

Die Verbindung von schulischer Nutzung mit einem eigenständigen Jugendcafé stellt ein identitätsstiftendes Alleinstellungsmerkmal dar. Die räumliche und funktionale Verzahnung von Bildung und Jugendarbeit schafft einen Mehrwert über den Schulbetrieb hinaus und stärkt die gesellschaftliche Einbindung des Gebäudes im städtischen Kontext.

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